Programm
Zugfolge

Viele Ehrungen beim Höinger Schützenfest

Der Startschuss für die Festtage fiel wie in jedem Jahr mit der Schützenmesse in der Josef-Kapelle und der anschließenden Kranzniederlegung am Ehrenmal. Anschließend in der Schützenhalle wollten sich die vielen Schützenbrüder und die Gäste auf keinen Fall das erste offizielle Auftreten der beiden neuen Brudermeister, Thomas Klebsattel und Stephan Junker, die erst seit der Jahresversammlung der Schützen im Amt sind, entgehen lassen.

Der junge erste Brudermeister Thomas Klebsattel begrüßte alle mit launigen Worten. Doch bevor er selbst mit seinem Stellvertreter die Ehrungen innerhalb der Bruderschaft vornahm, war es Bezirksbundesmeister Alfons Wortmann. der die ersten Auszeichnungen an drei verdiente Schützenvorstandsmitglieder vornehmen konnte. Für die Verdienste während ihrer zwölfjährigen Vorstandstätigkeit mit großem Engagement und Tatkraft bekamen Thomas Klebsattel, Stephan Junker und Michael Tölle vom Schützen-Chef des Bezirks Werl-Ense den Hohen Bruderschaftsorden angeheftet. Den Bruderschafts-Jubilarorden für 50-jährige Mitgliedschaft in der Josef-Bruderschaft erhielten Bernhard Dellbrügge, Horst Grüne, Johannes Reffelmann und Josef Schwob von dem Vorstandsteam der Josef-Schützen überreicht.

Seit 60 Jahren sind Alfons Meier, Leo Meier und Gisbert Raacke (aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend und erhält die Ehrung nachgereicht) der Bruderschaft treu verbunden.
Die Ehrung für 65-jährige Zugehörigkeit zur Bruderschaft konnten Hubert Richter, Günther Scholz und Franz Schulte entgegennehmen. Schon seit 70 Jahren ist Josef Risse Mitglied in der St.-Josef-Schützenbruderschaft.

Zum Abschluss des Ehrungsreigens standen noch einmal ehemalige Regenten der Bruderschaft im Mittelpunkt des Geschehens. Ihr Silbernes Thronjubiläum können in diesem Jahr die Eltern des Brudermeisters, Richard und Marlies Klebsattel feiern. Vor vier Jahrzehnten stand Luise Lenze, gemeinsam mit ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann Karl, an der Spitze des Höinger Schützenvolkes. Die Jubilare wurden wie auch das Gold-Jubelpaar, Gottfried und Erika Schulte, sowie Agnes Risse, Königin vor 60 Jahren (mit Ehemann Heinz Risse, verstorben), von den anwesenden Schützenbrüdern jeweils mit viel Applaus begrüßt. Die ehemaligen Könige und Königinnen erhielten Geschenke oder Blumensträuße.

Doch damit war der Ehrungsabend noch nicht zu Ende. Schon auf der Jahresversammlung zu Jahresbeginn hatten die Mitglieder darüber abgestimmt, dass die beiden zurückgetretenen (jetzt ehemaligen) Brudermeister Horst Taprogge und Manfred Lohmann zu Ehrenmitgliedern der Bruderschaft ernannt werden. Für beide gab es eine Urkunde.

Doch nicht nur die beiden Schützenchefs hatten ihr Amt nach vielen Jahren Vorstandsarbeit zur Verfügung gestellt, auch die beiden Kassierer Heinz Hartmann und Hallenwart Peter Selinski waren nicht wieder angetreten. Der Einsatz aller vier Ehemaligen würdigte die Bruderschaft mit einem Präsent und der Ordensspange sowie Blumen für die Ehefrauen.



Als am Sonntag, 20. Juli, der Festzug der Höinger Schützen sein Königspaar Peter Taprogge und Laura Lohmann im Königshaus im Hoppegarten abholte, zeigte sich dem Höinger Schützenvolk nicht nur das Königspaar, sondern auch eine tolle Familiengeschichte.
Denn Peter Taprogge ist der Sohn des zu Jahresbeginn aus seinem Amt als Brudermeister ausgeschiedenen Horst Taprogge, Laura Lohmann ist die Tochter seines ebenfalls ausgeschiedenen stellvertretenden Brudermeisters Manfred Lohmann. Gemeinsam stand das Duo zwölf Jahre an der Spitze der Bruderschaft, bis sie in der diesjährigen Generalversammlung 2014 in den „wohlverdienten Ruhestand“ traten. Damals hatte die Versammlung beide aufgrund ihrer herausragenden Verdienste einstimmig zu Ehrenmitgliedern der Bruderschaft bestimmt.

Zudem errang Peter Taprogge die Königswürde passend in dem Jahr, in dem sein Vater und seine Frau Beatrix ihr 25-jähriges Königsjubiläum feierten.

Fast schon filmreif also diese Konstellation, in der sich der stolze König Peter und seine strahlende Königin Laura am Sonntag gemeinsam mit ihrem Hofstaat dem Höinger Schützenvolk präsentieren, bevor sie dann am Montag ihre Nachfolger finden werden.



Unser Königspaar 2013/2014 Peter Taprogge und Laura Lohmann

Klaus Pieper ist neuer König in Höingen!

Königswetter ist zweifelsfrei anders. Doch vielleicht geht gerade deshalb die Regentensuche bei den Josef-Schützen in die Geschichte ein. Allerdings hätte es des Dauerregens wahrlich nicht bedurft, um das Fest in Höingen zu einer Besonderheit werden zu lassen.
Denn zum einen führten mit Thomas Klebsattel und Stefan Junker erstmals die neuen Brudermeister Regie. Zum anderen holte der den Vogel von der Stange, der ihn ohnehin vielleicht am besten kennen sollte: sein Erbauer Klaus Pieper.



Unser Königspaar Klaus und Nadja Pieper



Dabei prägten zunächst Regenschirme am Montagmorgen nach dem Antreten an der Halle und dem anschließenden Schützenhochamt das Bild unter der Vogelstange. Doch die Jungschützen ließen sich von den widrigen Umständen nicht irritieren, machten bei der Suche nach den neuen Regenten den Anfang und konnten nach dem 37. Schuss als neuem Jugendprinzen schließlich dem 18-jährigen Kevin Horn gratulieren.



Allerdings war damit das Schussglück des Nachwuchs-Regenten noch lange nicht erschöpft. Denn ihm fiel beim anschließenden Königsschießen das Zepter zu, sicherte sich Peter Taprogge als eifriger Schütze unter der Stange sowohl Apfel als auch Krone.



Und insgesamt 279 Schuss widerstand der Adler den zahlreichen Anwärtern auf die Regentschaft, bevor er sich schließlich seinem Erbauer Klaus Pieper ergab und von der Stange fiel. Zur Königin erwählte der neue Regent seine Ehefrau Nadja – und beide boten trotz unwirtlichen Wetters gemeinsam mit ihren Kindern Michel und Frieda ein strahlendes Bild. Bei der anschließenden Proklamation und Frühschoppen in der Schützenhalle wurden die Regenten dann ausgiebig gefeiert.

Doch nicht nur der gestrige Montag stellte wettertechnisch die Höinger Schützen vor besondere Herausforderungen. Das schwüle Sommerwetter am Samstag und Sonntag trieb den Akteuren und Schaulustigen bei Festzug und Parade die Schweißperlen in Strömen auf die Stirn. Und trotzdem säumten viele begeisterte, applaudierende Zuschauer den Weg des Festzugs ab dem Königshaus Taprogge bis zur Ortsmitte. Dort wurden die noch amtierenden Regenten Peter Taprogge und Laura Lohmann mit ihrem Hofstaat, die Musikgruppen, die Jungschützen und Schützenbrüder schon von einer noch größeren Zuschauerschar erwartet. Diese sparten nicht mit begeistertem Beifall, sei es für die prächtigen Roben der Damen oder den präzisen Marschschritt der Schützen.



Ein besonderer Hingucker waren auch die Mitglieder der „Klümpkes und Kanonenkompanie der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Geseke“, die zwischendurch ihren Schlachtruf „Ratsch, bumm, bumm, bumm“ ertönen ließen und außerdem die Parade mit lauten Böllerschüssen begleiteten. Zurück in der Schützenhalle wurde nicht nur das Angebot an kühlen Getränken, sondern auch das der Cafeteria mit Kaffee, Torten und frischen Waffeln gerne angenommen.



Königs- und Kindertanz waren der Abschluss eines fröhlichen Nachmittags, bevor am Abend mit vielen Gästen bis zum frühen Morgen gefeiert wurde.
(Text und Foto: am/Soester Anzeiger)

Wie das Schützenfest am Samstag und Sonntag vierlief, lesen Sie ->hier!